Kilo­watt­stun­den-Umrech­nung von Verbrauchs­wer­ten — aber wie?

Der Gesetz­ge­ber fordert die Verbrauchs­angbe in kWh aber Berech­nungs­vor­ga­ben fehlen.

Der Verord­nungs­ge­ber hat in § 6a Abs. 2 der Heiz­kos­ten­ver­ord­nung vorge­se­hen, dass die Werte für die unter­jäh­ri­gen Verbrauchs­in­for­ma­tio­nen in Kilo­watt­stun­den anzu­ge­ben sind. Dies soll nicht nur für die tatsäch­lich gemes­se­nen Kilo­watt­stun­den­werte von Wärme­zäh­lern gelten, sondern auch für Heiz­kos­ten­ver­tei­ler und sogar für den Warmwasserverbrauch.

Vorga­ben? — Fehlanzeige!

Konkrete Vorga­ben, wie diese Umrech­nung von Vertei­lerein­hei­ten der Heiz­kos­ten­ver­tei­ler auf Kilo­watt­stun­den und von gemes­se­nen Kubik­me­tern Warm­was­ser auf Kilo­watt­stun­den erfol­gen soll, enthält die Heiz­kos­ten­ver­ord­nung nicht. Auch andere Regel­werke, die direkt anwend­bare Vorga­ben für eine solche Umrech­nung enthal­ten würden, exis­tie­ren nicht.

Zwei mögli­che Herangehensweisen

Grund­sätz­lich sind zwei sehr unter­schied­li­che Heran­ge­hens­wei­sen denk­bar. Zum einen könnte versucht werden, die Able­se­werte der Erfas­sungs­ge­räte direkt in Kilo­watt­stun­den umzu­rech­nen, zum Ande­ren wäre eine Verhält­nis-Auftei­lung des monat­li­chen Gesamt­ver­brauchs der Liegen­schaft möglich.

1. Heran­ge­hens­weise — Direkt­um­rech­nung der Ablesewerte

Bei Wohnungs­wär­me­zäh­lern müsste dann eine Umrech­nung nicht erfol­gen und es könn­ten in der unter­jäh­ri­gen Verbrauchs­in­for­ma­tion direkt die gemes­se­nen Werte des Wärme­zäh­lers ange­zeigt werden.

Für Heiz­kos­ten­ver­tei­ler wäre eine Umrech­nung in Anleh­nung an die Berech­nungs­weise in der VDI 2077 Bl. 3.5 (Rohr­wärme) denk­bar. Auch im Bereich der Umrech­nung des gemes­se­nen Volu­mens von Warm­was­ser in Kilo­watt­stun­den könnte auf Regeln der Tech­nik in der VDI 2077 Bl. 3.2 zurück­ge­grif­fen werden.

In allen Fällen würde demzu­folge ange­ge­ben, welcher Verbrauch tatsäch­lich in der Wohnung abge­nom­men wurde.

2. Heran­ge­hens­weise — Verhältnis-Aufteilung

Hierzu könnte bei der Erfas­sung der Heiz­wärme mit Heiz­kos­ten­ver­tei­lern eine Verhält­nis-Auftei­lung der Gesamt­heiz­wärme auf der Grund­lage der erfass­ten Vertei­lerein­hei­ten pro Monat ähnlich der Heiz­kos­ten­ab­rech­nung zu 100 % nach Verbrauch erfol­gen. Voraus­set­zung dafür ist jedoch, dass der Gesamt­wär­me­ver­brauch für die Liegen­schaft monat­lich ermit­telt werden kann.

Bei einer Fern­wär­me­lie­fe­rung mit monat­li­cher Bereit­stel­lung der Verbrauchs­da­ten vom Fern­wär­me­lie­fe­ran­ten wäre dies sicher­lich unpro­ble­ma­tisch. Bei Anla­gen mit Heizöl und Erdgas liegen solche monat­li­chen Verbrauchs­da­ten aber in der Regel nicht vor. Hier müsste dann eine Hoch­rech­nung über den Verbrauch des Vorjah­res für die einzel­nen Monate erfol­gen. Bei der Messung des Verbrauchs mit Wärme­zäh­lern bestünde die Proble­ma­tik, dass dann nicht die Werte des Wärme­zäh­lers der Wohnung ange­zeigt werden, sondern eben­falls eine Verhält­nis-Auftei­lung des Gesamt­ver­brauchs auf der Grund­lage der erfass­ten Wärme­zäh­ler­werte erfol­gen müsste. Beim Warm­was­ser könn­ten die mit dem Wärme­zäh­ler für Warm­was­ser ermit­tel­ten Verbrauchs­werte als Gesamt­ver­brauch heran­ge­zo­gen werden, wobei frei­lich der Umwand­lungs­ver­lust bei der Erzeu­gung der Wärme für Warm­was­ser wieder unbe­rück­sich­tigt bliebe.

Für die zweite Vari­ante der Verhält­nis-Auftei­lung spricht, dass in den Empfeh­lun­gen der Euro­päi­schen Kommis­sion zur Umset­zung der EED wohl von einer Verhält­nis­ver­tei­lung ausge­gan­gen wird. Proble­ma­tisch ist dabei jedoch, dass Hoch­rech­nun­gen bei den Gesamt­ver­bräu­chen die Regel sein würden. Darüber hinaus würde eben nicht der Verbrauch des Nutzers, sondern sein Anteil am Gesamt­ver­brauch ermit­telt. Das entspricht zumin­dest nicht exakt dem Wort­laut der neuen Heizkostenverordnung.

Für was haben wir uns entschie­den? 

MTI-EnTra­Sys hat sich daher für die Ermitt­lung der Kilo­watt­stun­den-Werte auf der Basis der tatsäch­lich in der Wohnung erfass­ten Verbrauchs­werte und gegen die Verhält­nis-Auftei­lung entschieden.

Sollte sich später in Regeln der Tech­nik oder durch Recht­spre­chung ein ande­res Verständ­nis der HeizkV verfes­ti­gen, kann eine Umstel­lung aber jeder Zeit erfolgen.

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