Außer Spesen nichts gewesen

Welcher Mehr­wert entsteht für Messdienstunternehmen?

Nach­dem durch die EU-Ener­gie­ef­fi­zi­enz­richt­li­nie (EED) in erheb­li­chem Umfang zusätz­li­che Pflich­ten für Gebäu­de­ei­gen­tü­mer bei der Erfas­sung und unter­jäh­ri­gen Bereit­stel­lung von Verbrauchs­da­ten begrün­det worden sind, stellt sich die Frage, inwie­weit sich daraus auch Vorteile erge­ben. Der Gebäu­de­ei­gen­tü­mer kann in der Regel die Kosten weiter­ge­ben und den Anreiz für die Vermin­de­rung von Ener­gie­ver­bräu­chen bei den Nutzern erhö­hen. Da er in Zukunft mit hoher Wahr­schein­lich­keit nicht die gesam­ten Kosten für die CO2-Beprei­sung auf den Mieter umle­gen darf, hat er auch selbst ein Inter­esse an einer Vermin­de­rung des Brennstoffverbrauchs.

Welchen Vorteil hat aber der Mess­dienst durch die Verpflich­tun­gen aus der EED. Der Mess­dienst ist zunächst derje­nige, der Lösun­gen für die Immo­bi­li­en­wirt­schaft anbie­ten soll. Bei der Vermie­tung von Verbrauchs­er­fas­sungs­ge­rä­ten, die in Zukunft fern­ab­les­bar sein sollen, tref­fen den Mess­dienst erheb­lich höhere Inves­ti­ti­ons­kos­ten. Zudem muss er ein System entwi­ckeln, das eine weit­ge­hend digi­ta­li­sierte und auto­ma­ti­sierte Verbrauchs­ab­le­sung und Daten­auf­be­rei­tung sowie Visua­li­sie­rung für den Nutzer ermög­licht. Denn wirt­schaft­lich ist ein Geschäfts­mo­dell, bei dem Daten vor Ort abge­le­sen und monat­lich in Abrech­nungs­soft­ware einge­le­sen sowie an die Nutzer even­tu­ell sogar posta­lisch weiter versen­det werden, nicht darstell­bar. Die monat­li­chen Abläufe müssen in Zukunft so gestal­tet werden, dass dies ohne ein Zutun des Mess­diens­tes möglich ist.

Klar ist aber auch, dass bei monat­li­cher Bereit­stel­lung von Verbrauchs­da­ten, viel häufi­ger Fehler bei der Verbrauchs­er­fas­sung und Verbrauchs­über­mitt­lung erkenn­bar werden. Bei einer auto­ma­ti­sier­ten Ausle­sung und Daten­be­reit­stel­lung für den Mieter erfol­gen zukünf­tig mindes­tens zwölf­mal pro Jahr Daten­über­tra­gun­gen, die von Fehlern betrof­fen sein können. Beim Nutzer eines Verbrauchs­da­ten­por­tals wird dann nur deut­lich, dass einzelne Verbrauchs­da­ten nicht aktu­ell vorlie­gen. Daraus ergibt sich für den Mess­dienst die Notwen­dig­keit, schnel­ler als bisher auf Geräte- bzw. Funk­über­tra­gungs­feh­ler zu reagieren.

Genau hier liegen aber auch die Stär­ken eines voll­stän­dig auto­ma­ti­sier­ten und digi­ta­li­sier­ten Daten­ab­le­se­sys­tems. Denn Fehler­ana­ly­sen können mit den erfass­ten Daten so eben­falls auto­ma­ti­siert vorge­nom­men werden. Aus den Fehler­da­ten, die mit Stand­ort- und Liegen­schafts­da­ten ange­rei­chert werden, können sodann Tools für Kunden­dienst- und Termin­ma­nage­ment bedient werden. Dabei kann beispiels­weise die Monta­ge­pla­nung bis hin zur Fahrt­rou­ten­op­ti­mie­rung durch die gewon­ne­nen Daten verein­facht werden.

Im Ergeb­nis können so die Orga­ni­sa­ti­ons- und Manage­ment­sys­teme beim Mess­dienst verbes­sert werden.

Es besteht darüber hinaus auch die Möglich­keit, aus den gewon­ne­nen Daten neue Dienst­leis­tun­gen abzu­lei­ten. Neue Dienst­leis­tun­gen können z.B. Empfeh­lun­gen zur Ände­rung des Verbrauchs­ver­hal­tens für die Wohnungs­nut­zer oder Lecka­ge­war­nun­gen sein.

Letzt­lich stellt die unter­jäh­rige Bereit­stel­lung von Verbrauchs­da­ten und deren Visua­li­sie­rung in Mieter­por­ta­len und Handy-Apps auch ein neues Geschäfts­feld dar, dass durch die Mess­dienste erschlos­sen werden wird.

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